Die Krone um 1765

Kurzübersicht

  • 1757 Erbauung des Gebäudes
  • 1902 Aufstockung der 2. Etage (mit Zierfachwerk)
  • 1922 Saaleinweihung
  • 1990 Stilllegung des Hotels
  • 2004 Wiedereröffnung der Goldenen Krone

Die Geschichte des Hauses

Vom Pilgerheim zum Grandhotel

Die Klosterherberge

1757 entschloss sich der Abt Peter Glunk zur Verpflegung und sonstigen Versorgung der zahlreichen Wallfahrer ein "neues Haus" zu bauen. Dies sollte eine Kloster-Gastwirtschaft werden und nannte sich im Gegensatz zum "Alten Haus" (das heutige Hotel Hirschen) nun über lange Zeit "Neues Haus" (das heutige Hotel Krone).

Dieses "Neue Haus" wurde auch mit einer kleinen Landwirtschaft ausgestattet. Die Landwirtschaftsteile des Hauses wurden später als Gaststätte genutzt.

Das "Neue Haus" wurde in zwei Abteilungen erbaut. Den ersten Teil richtete man am 8.10.1757 und den anderen am 21.10.1758 auf. Nach Fertigstellung des "Neuen Hauses" schloss der Abt einen "achtjährigen Bestandkontrakt", wir würden heute wohl Pachtvertrag sagen, mit einem Josephus Albert, der der Sohn von Johann Georgi Albert aus Grafenhausen war. Dieser betrieb nebenbei das Schneiderhandwerk. Nach seiner Verheiratung 1760 mit einer Maria Schwährin wurde ein gutgehender Kramerladen und ein schwunghafter Devotionalienhandel von den beiden dazugestellt.

Das "Neue Haus" diente, da es sehr groß und geräumig war, auch für die Unterbringung von "Beständern". "Beständer" nannte man Menschen, die beim Kloster beständig arbeiteten und Verdienste um das Kloster erworben hatten. So war es verständlich, dass neben einem Klosterschmied auch der "beständige" Klosterbildhauer Matthias Faller einen Platz im "Neuen Haus" gewissermaßen als Altersruhesitz eingeräumt bekam.

Matthias Faller zieht also 1771 nach St. Märgen. Die Angst des Abtes, dass Matthias Faller keine Arbeit mehr hätte, war völlig unbegründet, denn 20 Jahre lang ist er im "Neuen Haus" voll ausgelastet.

Das Gästehaus war eine vielbesuchte Herberge des Klosters, in der weltliche und geistliche Besucher logierten. Im Jahre 1860 verweilten hier bereits höhere Herrschaften zur Erholung, darunter seine Exzellenz Graf Kagenek von Munzingen, Freiherr von Böcklin und Freiherr von Gleichenstein. Dies war der Beginn des Tourismus im Schwarzwald und damit vollzog sich der Wandel von der Klosterherberge zum Gasthof und späteren Grand Hotel.

Vom Pilgerheim zum Grand Hotel

Nach dem Verkauf des Klosters wurde das "Neue Haus" zum Gasthof Krone. Zu dieser Zeit hatte es noch ein großes verschindeltes Walmdach. Im Jahre 1902 wurde die Krone um eine Etage aufgestockt und wesentlich erweitert. Reich verzierte Erker und Dachaufbauten, glasierte Ziegel und eine pompöse Fassade mit Zierfachwerk und verspielten Fenstereinfassungen repräsentierten den Stil der Jahrhundertwende. Der ehemals ländlich geprägte Pilgergasthof verwandelte sich in das führende Grand Hotel des Schwarzwaldes. Das Hotel "Goldene Krone" mit seiner für die damalige Zeit luxuriösen Ausstattung – Dampfheizung, Bädern, prachtvollem Lesezimmer und einem eleganten Jugendstilsaal wurde zum Treffpunkt der Haute Volée. St. Märgen mit seiner "Goldenen Krone" wurde zum Reiseziel für Gäste aus ganz Europa.

Treffpunkt für Künstler und Philosophen

St. Märgen in seiner unvergleichlich schönen Panoramalage mit seinen historischen Klosterbauten, der Wallfahrtskirche und der Ohmenkapelle wurde zum attraktiven Ziel und Treffpunkt für Künstler, Philosophen und Akademiker aus dem nahen Freiburg sowie aus ganz Deutschland.

Die "Goldene Krone" mit ihrer hervorragenden Gastronomie erfüllte die Voraussetzungen und schuf den passenden Rahmen für die Ansprüche der Herrschaften. Zu diesen illustren Kreisen gehörten u.a. die berühmten Schwarzwaldmaler Karl Hauptmann, Hermann Dischler, Gustav Traub, Karl Biese. Sie verkehrten regelmäßig in der Krone und schmückten die repräsentativen Räumlichkeiten mit ihren Gemälden.

Regelmäßig zu Gast in der Krone waren die Philosophen Husserl, Heidegger und Edith Stein sowie die Schriftstellerin und Künstlerin Ruth Schaumann, der Theologe Engelbert Krebs. Auch Konrad Adenauer sowie viele weitere Gäste aus ganz Europa finden sich in den Gästebüchern.

Die Rettung in Bildern...

Nach etwa vier Jahren Planung und zwei Jahren Bauzeit strahlt nicht nur die "echte" Krone auf dem Dach, sondern auch die Projekt-Initiatoren. Die Goldene Krone ist wieder mit neuem Leben erfüllt und das kulturhistorisch für St. Märgen bedeutende Haus vor dem Abriss gerettet.

Nach der Restaurierung 2004

Nach der Restaurierung, 2004

Vor der Restaurierung

Vor der Restaurierung, 2002

Der Saal im Vorzustand

Der Saal im Vorzustand, 2002

Der Jugendstilsaal heute

Der Jugendstilsaal heute